Zürich nicht ganz scharf

Das Projekt:
Die Idee zum Projekt „Zürich nicht ganz scharf“ und das Ausstellungskonzept stammen vom Zürcher René Leutwyler. Er lernte die Fotokünstlerin Tanja Kermis und ihre Kunst im November 2006 in Hamburg kennen. Ihre innovative und sensible Bildsprache begeisterte ihn und er lud sie ein, Fotokunstwerke von Zürich zu machen. Das Projekt war geboren.
Tanja Kermis kreiert mit ihrer Kamera sinnliche Bilderwelten und macht „Licht“ zu ihrem zentralen Thema. Das Ergebnis sind Kunstwerke mit einer unverwechselbaren Bildsprache - Gemälde aus Licht.

Shopville ZürichDas Thema „Licht“ wird in Zürich besonders gewürdigt: mit dem Plan Lumière, an vielen Kirchen und Brücken, an historischen Gebäuden, nicht zuletzt mit der Weihnachtsbeleuchtung der Bahnhofstrasse. Genau das bewog René Leutwyler die Künstlerin einzuladen.
Im Dezember 2006 begann Tanja Kermis mit den ersten Aufnahmen. Es folgten viele Reisen, in denen beide sich in Streifzügen mit der Stadt, dem Licht und ihren besonderen Perspektiven auseinander setzten. Sie entdeckten verborgene Winkel und spannende neue Motive.
So sind stimmungsvolle Stadtansichten entstanden, die Zürich in einem neuen sinnlichen Licht zeigen. Mit dem Schiff MS Linth am Bürkliplatz in Zürich fand René Leutwyler einen geeigneten Rahmen, um diese außergewöhnlichen Bildwelten zu zeigen. Diese Foto-Kunstwerke laden die Menschen ein, Zürich neu zu entdecken.

Wie die Bilder entstehen:
Die Bilder von Tanja Kermis erinnern im Stil an impressionistische Malerei (Ende des 19./ Beginn des 20. Jahrhunderts). Und ähnlich wie damals, geht Tanja Kermis aus dem Studio heraus in die „Natur“, beobachtet, hinterfragt und lässt sich vom Ort berühren. FCW ZürichNachdem sie das Thema dann gewählt hat, lässt sie sich ganz auf den Prozess der Bildfindung ein, es gilt den entscheidenden Rhythmus zu finden zwischen Standort, Perspektive, Licht und Bewegung.
Die Elektrifizierung unserer Umwelt – das künstliche Licht - wird dadurch auf sinnliche Weise erfahrbar. Das hart Begrenzte erscheint weich, das Statische beginnt zu fliessen.

Zur Technik:
Tanja Kermis verweist auf die Grenzen der digitalen Fotografie, die sie spielerisch zu ihrer eigentlichen Bildsprache geführt haben. Unschärfe und die daraus entstehenden Möglichkeiten erforscht sie und fand so zu ihrem eigenen unverwechselbaren Stil.
Die Bildwelten für „Zürich nicht ganz scharf“ entstanden alle an realen Orten in Zürich, sie sind nichtim Computer „erfunden“. Der Prozess, das richtige Motiv zu finden und der Moment des Aufnehmens sind für Tanja Kermis entscheidend. Das heute so gängige Nachbearbeiten von digitalen Bildern gehört für sie zu einer anderen Bildsprache und erzeugt ganz neue virtuelle Welten, sie folgen schon einem anderen künstlerisch Prinzip – der perfekt inszenierten Landschaft.
Tanja Kermis geht vom real erlebten Ort mit all seinen Details aus. Ihre Bildwelten sind ein exaktes Abbild des jeweiligen Momentes in seiner ganzen Fülle und Wahrheit – durch die Unschärfe kommt eine sinnliche Komponenten hinzu. Es entsteht der Eindruck des Flüchtigen, der Bewegung, des Fließens.
Zwischen Malerei und Fotografie, zwischen Technik und Sinnlichkeit, zwischen Konkretem und Abstraktem erschliesst sich Tanja Kermis ihre Sicht auf unsere Welt.

Sie arbeitet neben „Zürich nicht ganz scharf“ an weiteren Kunstprojekten in der Künstler-Kooperation Kunst-KerLe zusammen mit René Leutwyler.